1 Apr 2026

Es war für uns

 


Sie waren fassungslos. Wie konnte ihr Bruder diese Gelegenheit einfach verstreichen lassen? Er hatte Wasser in Wein verwandelt, Kranke geheilt und sogar über fünftausend Menschen mit nur fünf Broten und zwei Fischen gespeist. Es war Zeit für das jüdische Laubhüttenfest, und Jesu Brüder planten, nach Jerusalem zu reisen. Dort wurden große Menschenmengen erwartet. Es wäre die perfekte Gelegenheit für ihren älteren Bruder gewesen, weitere seiner erstaunlichen Wunder zu zeigen und wirklich berühmt zu werden. „Zeig dich der Welt!“, riefen sie. Doch Jesus schien das nicht zu kümmern. Er wollte nicht einmal mit ihnen zum Fest gehen. Seine Zeit sei noch nicht gekommen, sagte er. Wie sollten sie ihren älteren Bruder jemals verstehen, der so seltsame Dinge sagte und sich oft versteckte, anstatt im Rampenlicht zu stehen?

Einige Zeit später kehrte ein äthiopischer Eunuch aus Jerusalem zurück. Er war den ganzen Weg von Afrika gereist, um im Tempel dort zu beten, wahrscheinlich anlässlich eines der großen jüdischen Feste. Er saß nun wieder in seiner klappernden Kutsche auf dem Heimweg und las laut aus dem Buch des Propheten Jesaja vor:

Er wurde misshandelt, aber er duldete es ohne ein Wort. Er war stumm wie ein Lamm, das man zur Schlachtung führt. Und wie ein Schaf, das sich nicht wehrt, wenn es geschoren wird, hat er alles widerspruchslos ertragen. Man hörte von ihm keine Klage.

Er wurde verhaftet, zum Tode verurteilt und grausam hingerichtet. Niemand glaubte, dass er noch eine Zukunft haben würde. Man hat sein Leben auf dieser Erde ausgelöscht. Wegen der Sünden meines Volkes wurde er zu Tode gequält! (Jesaja 53:7-8)

Von wem handelte diese über 700 Jahre alten Text? Spricht der Prophet Jesaja von sich selbst oder von jemand anderem? Der äthiopische Eunuch wollte es unbedingt herausfinden. Aber wie sollte er es wissen, wenn es ihm niemand sagte? Plötzlich hörte er eine Stimme neben sich fragen: „Verstehst du, was du liest?“ Erschrocken fuhr er hoch. Gott hatte seine Sehnsucht gesehen und ihm Philippus gesandt, der ihm das ganze Evangelium verkündete und es mit der Heiligen Schrift in Verbindung brachte. Jesus war derjenige, von dem in der Text die Rede war. Philippus zeigte dem Äthiopier die Stelle, an der Jesaja schrieb, warum Jesus gekommen war:

Wir alle irrten umher wie Schafe, die sich verlaufen haben; jeder ging seinen eigenen Weg. Der HERR aber lud alle unsere Schuld auf ihn.(Jesaja 53,6)

Plötzlich gingen dem äthiopischen Eunuchen die Augen auf, und sein Herz war bereit, die Gute Nachricht von Jesus Christus anzunehmen, der am Kreuz gestorben war, um die Strafe für seine Sünden auf sich zu nehmen. Der Äthiopier ließ sich taufen, und Philippus verschwand so schnell und auf geheimnisvolle Weise, wie er gekommen war. Doch der äthiopische Eunuch war ein veränderter Mensch, der sich nun über seinen Retter freute.

Obwohl Jesus freiwillig für unsere Sünden starb (Johannes 10,17-18), war es nicht leicht für ihn. In der Nacht vor seinem beschwerlichen Leidensweg nach Golgatha betete er im Garten Gethsemane. Es heißt, er sei tief beunruhigt und verzweifelt gewesen. Als er zu Boden fiel, rief er:

»Abba, Vater, alles ist dir möglich. Lass diesen bitteren Kelch des Leidens an mir vorübergehen. Aber nicht was ich will, sondern was du willst, soll geschehen.« (Markus 14,36)

Jesus wählte das Kreuz, und die Prophezeiungen über ihn erfüllten sich. Er ertrug unermessliche Schmerzen und Spott. Scharen von Menschen riefen höhnisch: „Rette dich und steig vom Kreuz herab!“ Dies erfüllte wiederum eine Stelle aus Psalm 22,7-9:

Und was ist mit mir? Ein Wurm bin ich, kein Mensch mehr – nur noch Hohn und Spott hat man für mich übrig.

 Alle Leute machen sich über mich lustig. Wer mich sieht, verzieht sein Gesicht und schüttelt verächtlich den Kopf.

 »Überlass Gott deine Not!«, lästern sie, »der soll dir helfen und dich retten! Er liebt dich doch, oder etwa nicht?« 


Jesus hätte sich einfach auf seine Wunder konzentrieren und öffentliche Anerkennung und Ruhm erlangen können. Oder er hätte vom Kreuz herabsteigen können, bevor es vollendet war. Aber ich bin unendlich dankbar, dass Jesus sein Leben für unsere Sünden gab, genau wie Gott, unser Vater, es geplant hatte (Galater 1,4). Er war der leidende Knecht, der nicht kam, um bedient zu werden, sondern um zu dienen. Alles, was er tat, tat er nicht für sich selbst, sondern für uns!


Du kannst dir ein Lied anhören, das ich basierend auf dem, was ich hier geschrieben habe, komponiert habe 😊  https://youtu.be/IiVDDTBJD6Q?si=_jJ6Vtnl32uhgp3M

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